4. Internationale Bluegrass Night 08.05.2013
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"Bluegrass Rocks"
Wenn Folk-Protestsänger und Dylan Vorbild Woody Guthrie das noch erlebt hätte: Sein "Talking Blues" Stil gilt als eines der Ursprungselemente des weißen Hip-Hop, den Rapper und Eltern-Schreck Eminem schließlich zum weltweiten Erfolg führte. Und nun kommen mit den Deadly Gentlemen fünf der wohl fähigsten jungen Bluegrass Musiker aus Boston mit einem akustischen Experiment daher: gerappte Vokalsätze, punktiert und mit derber Lyrik versehen, eingebettet in instrumentale Eruptionen, die ohne Scheu den alten Instrumenten alles abverlangen und die Bluegrass-Scheune zum Beben bringen. Mit viel Humor und Leidenschaft brechen sie mit den Konventionen des Genres, mischen unverblümt Rap Elemente mit Jazz und Acoustic-Rock und kehren dennoch immer wieder bei Newgrass und Bluegrass ein, um zu zeigen wo alles begann.
Master-Gentleman und Dr. der Molekular-Biologie Greg Liszt spielte mit Bruce Springsteen auf CD und Tourneen, ist Gründungsmitglied der progressiven Folk Roots Band "Crooked Still" und gilt als einer der wenigen echten Banjo Erneuerer. Sein Spiel ist sehr "funky" und verbindet das traditionelle 3 finger Picking mit einem eigenen "Touch", der vor allem von ryhthmischen Akzenten und kraftvollen melodischen Linien geprägt ist. Die weitere Besetzung liest sich wie ein who's who der ganz jungen Stars der Szene:Ein scharfer Kontrast dazu sind die Deadly Gentlemen. Sie schleudern die Bluegrass-Musik aus den Hügeln und Wäldern ins Pulsieren der Großstadt. Da gibt es Headbanging zur Rhythmus-Mandoline von Dominick Leslie. Da zele¬briert Greg Liszt seine Banjo-Soli wie Rock-Riffs. Liszt ist der Songwriter der Truppe, und er sorgt dafür, dass das fieb¬rige Bluegrass-Saitenzüngeln mit wilden Schreien oder gruftigen Death-Metal-Elementen angereichert wird. Gitarrist Stash Wyslouch gibt dazu den charismatischen Frontmann, Sam Grisman tanzt wie ein Kobold um seinen Kontrabass und Mike Barnelt fiedelt so entfesselt, wie er singt. Cooler geht Bluegrass nicht (Armin Knauer / GEA Reutlingen)
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The Wortmann Brothers

Wir freuen uns sehr, dass wir eine der heißesten und aktuellsten deutschen Bands für Berkenroth 2013 gewinnen konnten. Frank und Ulrich Wortmann sind echte Urgesteine der deutschen Bluegrass-Szene und hatten ihre ersten Erfahrungen mit dieser Musik bereits Mitte der Siebziger Jahre. Ganz im Stile traditioneller Old Time Duos tragen sie ihre Musik in konsequent reduzierter Instrumentierung vor. Dabei bedienen Sie sich bei Klassikern des Genres und überführen deren Texte auf unnachahmliche Weise ins Deutsche. "Ei & Hering" ist dafür ein treffendes Beispiel.
Sie schreiben auf ihrer Homepage:
Nicht einmal in derselben ostwestfälischen Stadt geboren zu werden, war den Wortmann Brüdern vergönnt. Nach einer schweren, von Armut und vielen Krankheiten beherrschten Kindheit wurden sie bald gezwungen, in Bielefeld die Schule zu absolvieren. Schnell verloren sie sich in Pickelbekämpfung und Schulalltag, allmählich verloren sie auch ihre Vornamen.
Erst das eher freudlos dargebotene Banjospiel eines Angestellten der örtlichen Sparkasse auf einem blassen Stadtteilfest Mitte der 70er Jahre bei bedecktem Himmel brachte so etwas wie Licht in das Leben der Brüder. Fortan wollten sie es zu ihrer Mission machen, die Welt durch Bluegrassmusik zu retten. Aus ihrer Skiffelgruppe StreamLineTrain versuchten sie, die ambitionierte Band New Grass Edition zu formen, die allerdings nach einem einzigen, gleichwohl legendären Auftritt im Bunker Ulmenwall dank Einsicht aller Mitspieler in ihre Unfähigkeit begraben werden konnte.
Es folgte eine in die Geschichte der Brüder als dunkle Jahre eingegangene Epoche im ebenfalls recht schwarzen Münster, mit Mitgliedschaften in Punkrockbands wie den Fidelen Schwagern, dem Schwarzen Abt und schließlich Legion Fondor (der eine), bzw. Me & The Rest und den Katzenjammer Kids (der andere), auf die (auch Kinder können schließlich diesen Text einsehen) nicht näher eingegangen werden soll. Mit Gründung und Auflösung der zweiten, schon im Rheinland beheimateten Bluegrassband GrassForce zu Beginn dieses Jahrtausends fand die musikalische Irrfahrt schließlich ein vorläufiges, trauriges Ende.
In dieser Zeit versuchten die Wortmann Brothers ihr Leben mit Bankeinbrüchen einen neuen Sinn zu geben. Ein Schuss, der nach hinten losging. Beide Brüder wurden in einem gemeinen, von den Banken gesteuerten Schauprozess völlig unangemessen zu lebenslanger Haft mit Restverwahrung verurteilt. Der Mitschnitt des berühmten Gefängniskonzertes in der JVA Brackwede muss als verschollen gemeldet werden: Ein weiterer kalkulierter Schlag des Bankenkonsortiums hat dieses Kulturerbstück vernichtet. Doch egal. Nach der jüngsten Bankenkrise wurden die Brüder von der wütenden Bevölkerung aus dem Gefängnis geholt und bekamen nachträglich das Deutsche Blechkreuz der Steuerrettung am Blauen Band verliehen. Das damit verbundene Ehrengeld wurde noch am selben Abend in der Bar Seifenhorst in Düsseldorf umstandslos versoffen, mit der Folge, dass die Wortmann-Brüder beschlossen, erneut eine Band zu gründen, um endlich ihre Mission zu erfüllen.
Das Duo The Wortmann Brothers macht sich nun von Bonn und Düsseldorf aus auf den Weg, die Ohren dieser Nation erobern. Und damit sie hier auch jeder verstehen kann, setzen die Brüder darauf, der deutschen Sprache den Vorzug vor dem amerikanischen Idiom zu geben, ihre Texte aber weiterhin mit Banjogepicke und Mandolinengeschraddel zu unterlegen. Mal sehen ...
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Covered Grass
Covered Grass wird als Gastgeber auch 2013 die Bluegrass Night eröffnen und sowohl die neue CD "Toogaroo" als auch den neuen Gitarristen Felix Eichert im Gepäck haben. Nach einem sehr bewegten Jahr 2012, mit Reisen durch ganz Europa und in die USA, zeigt ihre neue CD mit 13 Eigenkompositionen die ganze Bandbreite der Band. Die witzigen und teilweise sentimentalen Texte von Sängerin Corina Aurin wurden auch in Amerika gefeiert und als absolut authentisch empfunden. Die Hommage an die Fernsehserie "Die Waltons" spielte die Band dann auch folgerichtig beim 40. Jubiläum der Serie in Hollywood.
"Toogaroo" steht symbolhaft für den Anspruch an Musikalität und Songwriting. Außerdem als klare Abkehr vom reinen "Nachspielen" bestehenden Repertoires, hin zum eigenen künstlerischen Profil.
